Übersicht und Beschreibung der einzelnen Messungen

Zur Reinraumqualifizierung gehören eine Vielzahl von verschiedenen Messverfahren, die je nach Anforderung durchgeführt werden.

Hierzu gehören u.a.:

  • Luftgeschwindigkeitsmessung
  • Bestimmung der Luftwechselrate
  • Raumdruckmessung
  • Filterintegritätstest / DEHS Filter-Lecktest
  • Differenzdruckmessung am Filter
  • Reinraumklassenbestimmung
  • Schallpegelmessung
  • Erholzeitmessung
  • Temperatur- und Feuchtemessung
  • Messung der Beleuchtungsstärke
  • Keimzahlbestimmung
  • Strömungsvisualisierung
  • u.a.

Beschreibung der einzelnen Messungen:

  • Bestimmung der Luftwechselrate: gibt an, wie oft die Luft im Raum ausgetauscht wird.

Die Luftwechselrate stellt die Häufigkeit des Luftaustausches des gesamten Raumvolumes in einer Stunde dar.
Sie wird aus dem Verhältnis der pro Zeiteinheit eingeblasenen Luftmenge zum Volumen des Reinraumes errechnet.

Als Beispiel:
Zuluftvolumenstrom von   100 m³/h 
Gesamtvolumen im Reinraum 10 m³

= 10-facher Luftwechsel pro Stunde

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten zur Ermittlung:

1. Ermittlung über die Strömungsgeschwindigkeit am Luftauslass oder im Kanal.
So lässt sich der Zuluftvolumenstrom ableiten und die Luftwechselrate bestimen.

2. Man misst den Zuluftvolumenstrom direkt am Filter mittels eines speziellen Messtrichters. Aus diesem Wert lässt sich dann errechnen, wie oft die Luft im Raum ausgetauscht wird.

Es sollte zur Sicherheit immer ein Variantenvergleich durchgeführt werden.

  • Luftgeschwindigkeitsmessung: Man misst die Luftgeschwindigkeit nach dem Schwebstofffilter (reinraumseitig).
  • Raumdruckmessung: Um unerwünschtes Eindringen von luftgetragenen Partikeln in den reinen Bereich zu verhindern, wird dieser in Überdruck zur Umgebung gehalten.

Als Druckstufen bezeichnet man die Druckunterschiede einzelner Reinräume. Je nach Reinheitsklasse haben die einzelnen Räume unterschiedliche Raumdrücke.

Als Beispiel könnte man nennen: Ein Reinraumbereich der Klasse A hat einen höheren Raumdruck als dessen Umgebung (mit einer Reinraumklasse B), damit keine Partikel in den Bereich mit der höheren Reinheitsklasse gelangen.
Der Bereich mit der Klasse B steht wiederum im Überdruck zu seiner Umgebung mit der Reinraumklasse C.
u.s.w.

Diese Raumdrücke werden durch eine spezielle Drucksonde, meist im Rahmen einer Reinraumqualifizierung, ermittelt.
Zusätzlich kann diese Druckkaskade auch durch eine Strömungsvisualisierung durch Nebel aus Stickstoff oder Reinstwasser visualisiert werden.

  • Filterintegritätstest / DEHS Filterlecktest: Um unerwünschtes Eindringen von Keimen und Partikeln in den reinen Bereich zu verhindern, müssen Filter regelmäßig auf Leckagen untersucht werden.
    Hierzu werden vor den Filter eine bestimmte Anzahl an Partikeln aufgegeben und mit Hilfe spezieller Messgeräte und Sonden gemessen, wieviele der aufgegebenen Partikeln durch den Filter abgeschieden werden. Kommen hierbei an einer Stelle am Filter mehr Partikel durch den Filter als zugelassen, spricht man von einem Filterleck.
  • Differenzdruckmessung am Filter: Gemessen wird die Differenz des Drucks vor bzw. nach dem Schwebstofffilter.

  • Reinraumklassenbestimmung: Reinräume werden gemäß einiger Normen in verschiedene Reinraumklassen eingeteilt.

                 ---- > Übersicht über die einzelnen Reinraumklassen und deren Grenzwerte + Erläuterung über das Messverfahren.
  • Messung der Beleuchtungsstärke und des Schallpegels: wird vor dem Routinebetrieb ermittelt, um den Menschen die im Reinraum arbeiten, eine gute Arbeitsumgebung zu gewährleisten.

  • Recovery Test (Erholzeitmessung): zeigt, wie lange ein Raum benötigt, um die Luft zu reinigen.

  • Temperatur und Feuchtmessungen: Es ist wichtig, diese Parameter regelmäßig zu prüfen, da viele Produkte empfindlich gegenüber zu hoher Luftfeuchte oder zu hohen Temperaturen sind. Ebenso können schlechte Werte unangenehm für die Menschen sein, die im Reinraum arbeiten.

  • Kanalfiltermessungen: Auch die Filter, die in den Luftkanälen installiert sind, müssen regelmäßig auf Leckagen überprüft werden.

  • Strömungsvisualisierung: optische Darstellung des Strömungsverhaltens der Luft durch Nebel aus Reinstwasser oder Stickstoff.

  • Kalibrierung von Differenzdruckanzeigen, Temperatur- und Feuchtefühlern: die benötigten Messinstrumente müssen regelmäßig kalibriert (auf richtige Messwertanzeige überprüft) und wenn nötig nachjustiert werden.

Für alle Fragen steht Ihne Herr Jürgen Luik (Leiter Qualifizierung) und sein Team jederzeit gerne zur Verfügung unter:  j.luik@bc-technology.de oder +49 7123 / 95309-65